Gavial in Pakistan
Name: Gavial / Gharrial
(Gavialis gangeticus)
Verbreitung: Flusssysteme des Indus und Punjabs
Länge: bis zu 6,5 m
Status: wohl ausgestorben
Populationstrend: unbekannt
Status des Gavial in Pakistan:
Der Gavial ist in Pakistan wohl ausgestorben. Zwar gab es in den letzten 10 – 15 Jahren noch einige vereinzelte Gavialsichtungen im Sindh, aber eine neuere Studie hat keine Gaviale im Untersuchungsgebiet finden können (Zoological Survey Department Pakistan).
Früher war der Gavial im ganzen Indus-Flusssystem, sowie in den Flüssen des Punjabs zu finden. In britischen Quellen aus der Kolonialzeit wird davon gesprochen, dass der Gavial stark verbreitet und auf vielen Sandbänken an den Flüssen zu finden ist.
Habitat des Gavials in Pakistan:
Der Gavial bevorzugt tiefe und schnell fließende Gewässer. Somit ist das Verbreitungsgebiet des Gavials im Gegensatz zum Sumpfkrokodil in Pakistan ausschließlich auf die Flüsse beschränkt.
Nahrung des Gavials in Pakistan
Der Gavial ist als Reptil ein Fleischfresser. Er ernährt sich hauptsächlich von Fisch und kleinen Krustentieren in den Flüssen. Die lange spitze Schnauze und die dünnen scharfen Zähne des Gavials eignen sich extrem gut zur Fischjagd, was diese Art auszeichnet.
Größere Exemplare verschmähen auch Wasservögel und Säugetiere nicht.
Gebiss eines Gavials – Lahore Zoo 2006
Natürliche Feinde des Gavials:
Im ausgewachsenen Zustand hat der Gavial keine natürlichen Feinde zu fürchten. Die Eier des Gavials, sowie die frisch geschlüpften Gaviale haben jedoch einige Eierräuber bzw. Fressfeinde zu fürchten. So rauben v.a. Bengalwarane, Schlangen und Mungos die Eier dieser Spezies aus.
Als Nahrungskonkurrent kann zudem das Sumpfkrokodil gesehen werden, da sich die Habitate dieser beider Arten überschneiden.
Gefahren:
Habitatfragmentierung durch Schleusen und Dämme (genetische Verarmung)
Überfischung der Gewässer und somit Abnahme der Fischvorkommen
Bejagung als Konkurrent durch Fischer
Bejagung aus Angst vor der Größe des Gavials (das bis zu 6,5 m lange Tier kann durch seinen anatomisch auf Fische ausgerichteten Kiefer jedoch Menschen wohl nicht gefährlich werden)
Versalzung des Indus im Unterlauf
Verschmutzung der Gewässer
Schutzmaßnahmen:
Die Verschmutzung der Gewässer muss dringend gestoppt werden. Diese ist nicht nur für die örtliche Fauna gefährlich, sondern gefährdet den Menschen zugleich gesundheitlich und nimmt ihm zusätzlich eine Einnahmequelle (z.B. aus dem Fischfang).
Des Weiteren sollten dringend weitere Studien über den Status und die mögliche Verbreitung der letzten Exemplare dieser Spezies in Pakistan gemacht werden.
Zudem ist es wichtig, dass Zuchtvorhaben für den Gavial in Pakistan – ähnlich solchen in Nepal und Indien – gestartet und auch gewissenhaft ausgeführt werden.
