Pakistans letzte Leoparden
Umwelt & Natur in Pakistan

 

Sumpfkrokodil in Pakistan

Name:Sumpfkrokodil
(Crocodylus palustris)
Verbreitung:Restpopulationen im Sindh und Balochistan
Länge:4 – 5 m
Status:bedroht
Populationstrend:fallend

Status des Sumpfkrokodil in Pakistan:

Das Sumpfkrokodil kommt in Pakistan nur noch vereinzelt in isolierten Populationen im Süden des Landes vor. Es wird von Restpopulationen im Sindh und in Balochistan berichtet. So hat das Sindh Wildlife Department 1999 die Populationsgröße im Sindh noch bei etwa 750 Tieren beziffert.
Eine neuere Studie schätzt die Zahl der Sumpfkrokodile im Sindh jedoch nur noch auf 480 Tiere (Zoological Survey Department Pakistan 2003). Für Balochistan wird eine Schätzung von etwa 82 verbleibenden Sumpfkrokodilen angegeben (Zoological Survey Department Pakistan 2004).

Sumpfkrokodil in Pakistan

Sumpfkrokodil Lahore

Früher war das Sumpfkrokodil in weiten Teilen Pakistans, v.a. in den Flüssen, Seen und Sümpfen des Punjabs, Balochistans und Sindhs zu finden. In britischen Quellen aus der Kolonialzeit wird davon gesprochen, dass das Sumpfkrokodil sehr weit verbreitet und auf vielen Sandbänken an den Flüssen zu finden ist.

Habitat des Sumpfkrokodils:

Das Sumpfkrokodil ist als Süßwasserkrokodil v.a. in Seen und Sümpfen zu finden. Auch entlang der Flüsse können Sumpfkrokodile gesehen werden. Im Gegensatz zum Gavial bevorzugt diese Art jedoch etwas langsamer fließende Gewässer, die nicht sehr tief sein müssen.

Nahrung des Sumpfkrokodils in Pakistan:

Als Reptil ist das Sumpfkrokodil zu den Fleischfressern zu zählen. Die jungen Tiere ernähren sich hauptsächlich von Insekten, Fischen und kleinen Krustentieren, wogegen größere Tiere, v.a. Fische, Schlangen und Wasserschildkröten, sowie Wasservögel erbeuten. Auch Säugetiere werden von ausgewachsenen Tieren nicht verschmäht.
So erbeuten Sumpfkrokodile auch Gazellen und Schweinshirsche. Es gibt sogar Berichte von Angriffen auf Wasserbüffel und auch auf den Menschen.

Sumpfkrokodil – Lahore Zoo 2006

Natürliche Feinde des Sumpfkrokodils:

Im ausgewachsenen Zustand hat das Sumpfkrokodil keine natürlichen Feinde zu fürchten. Die Eier des Sumpfkrokodils, sowie die frisch geschlüpften Jungtiere haben jedoch einige Eierräuber bzw. Fressfeinde zu fürchten. So rauben v.a. Bengalwarane, Schlangen und Mungos die Eier dieser Spezies aus.

Als Nahrungskonkurrent kann zudem der Gavial gesehen werden, da sich die Habitate dieser beider Arten überschneiden.

Gefahren:

*Habitatfragmentierung durch Schleusen und Dämme (genetische Verarmung)

* Trockenlegung von Sumpfgebieten und immer stärker werdende Dürreperioden
* Überfischung der Gewässer und somit Abnahme der Fischvorkommen
* Bejagung als Konkurrent durch Fischer
* Bejagung aus Angst vor den Tieren (in letzter Zeit häufen sich die Berichte von Krokodilangriffen auf den Menschen und dessen Nutztiere)
* Bejagung als Trophäe und Verwendung der Haut des Tieres als “Krokodil-Leder”
* Verschmutzung der Gewässer

Schutzmaßnahmen:

Die Verschmutzung der Gewässer muss dringend gestoppt werden. Diese ist nicht nur für die örtliche Fauna gefährlich, sondern gefährdet den Menschen zugleich gesundheitlich und nimmt ihm zusätzlich eine Einnahmequelle (z.B. aus dem Fischfang).

Auch ist es wichtig den Konflikt zwischen Mensch und Krokodil, der in den letzten Monaten für beide Seiten immer verheerender zu werden scheint durch ein modernes Wildtier-Managment abzuschwächen. Hierbei müssen sowohl die wirtschaftlichen Interessen der Menschen und deren Sicherheit, sowie der Erhalt der Spezies berücksichtigt werden.

Gegen Wilderei und unkontrollierte Tötung dieser Tierart muss einerseits hart durchgegriffen werden und andererseits müssen alternative Einkommensmöglichkeiten für die lokale Bevölkerung geschaffen werden.

Zudem ist es wichtig, dass Zuchtvorhaben für das Sumpfkrokodil in Pakistan – ähnlich solchen in Nepal und Indien – gestartet und auch gewissenhaft ausgeführt werden, um die bestehenden Populationen vor genetischer Verarmung zu schützen.
In diesem Zusammenhang ist die Schaffung von natürlichen Korridoren für diese Tierart sehr wichtig. Nur auf diese Weise kann diese Spezies langfristig vor dem Aussterben gerettet werden.


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